Nazis blamieren sich in Köln

Der groß angekündigte „Antiislamisierungskongress“ wurde erfolgreich verhindert.
Erst wurden die bürgerlich-wirkenden Nazis am Freitag für 5 Stunden auf den Rhein vertrieben, ihre Bustour durch „Problemstadtteile“ wurde verboten und von den angekündigten 1500 Teilnehmern waren nur wenige gekommen.

Belustigend sind die Versuche mancher Nazis diese Blamage jetzt zu schönigen.
Dazu hier 2 Statements von Nazis:
Gegendemonstranten rufen „Nazis raus“, Harald Vilimsky, der Generalsekretär der „Freiheitlichen Partei Östereichs“ versucht den Gegenprotest herunterzuspielen:
Reporter: „Die hören sie, oder?
Vilimsky: „Naja, ich hör wahrscheinlich da ein paar, sog ich mal, bezahlte Provokateure der linksmilitanten Szene, wir kennen das ein bischen kleiner aus Östereich. Die bekommen ihr Geld von diversen kommunistischen und sonstigen Vereinigungen, dafür, dass sie da laut schreien.“

Reporter:“Sie sind stundenlang mit „Moby Dick“ auf dem Rhein getrieben, ist das´n bischen peinlich für die Rechten?“
Markus Beisicht ( Vorsitzender von Pro Köln) : „Nö, es war doch nett auf dem Rhein. Wir hatten gutes Wetter und wir hatten, sind, anständig beköstigt worden.“

Einfach das Video mal angucken;)
Hier gehts zu dem Video

Am Samtag wurde dann auch noch die Demo der Nazis verboten, der eigentliche Höhepunkt des Kongresses.
Übrigens gab es am Freitag bereits eine Demo unter dem Motto „Fight the Game! Rassismus, Islamismus, Nationalismus und Kapitalismus bekämpfen!“ mit mehreren Tausend Leuten.
Samstag waren es nach Polizeiangaben 15.000, Veranstalter sprechen von bis zu 50.000. Auffällig war aber, dass der Oberbürgermeister von Köln, Fritz Schramma, durch Auftreten bei den Gegenaktionen und deutliche Ansagen gegen den Kongress den Protest für sich vereinnahmen konnte. Letzlich wird bei einigen, politisch nicht so informierten, Leuten der Eindruck zurückgeblieben sein, dass die CDU engagiert antifaschistisch & antirassistisch ist. Schramma als Führer der AntinaziBewegung, diesen Eindruck konnte man in einigen Zeitungsartikeln bekommen. Hierbei wird natürlich immer vergessen, dass ohne linksradikale Gruppen die Gegenaktionen deutlich kleiner gewesen wären und, dass so mancher CDU-Politiker auch gerne mal rechtspopulistische Phrasen benutzt. Mehr Informationen findet man derzeit in vielen Medien, Indymedia etc.

Seltsam finde ich nur, dass man zu einem Kongress von 280 Nazis über 10000 Leute mobilisieren kann, es aber bei 2 der größten Naziaufmärschen des Jahres (Hamburg jetzt mal nicht berücksichtigt, da war großer Protest), also Dresden und Dortmund, effektives Blockieren nicht wirklich möglich ist und das nur wegen der geringen Anzahl an Demonstranten.
Entscheidend für die hohe Anzahl in Köln und auch Hamburg war sicher auch die Mobilisierung, die schon lange im Vorraus begann. Dazu kommt, dass die Gegenaktionen in Dresden und Dortmund von antideutschen Gruppen organisiert wurden, im Gegensatz zu den breiten Bündnissen in Köln und Hamburg. Nur sollte sich ein mancher fragen ob es denn nicht wichtiger sei die Nazis zu vertreiben, als nicht mit israelsolidarischen Antifas zu demonstrieren.
Da zeigt sich bei dem ein oder anderen dann auch die wahre Gesinnung.


4 Antworten auf “Nazis blamieren sich in Köln”


  1. 1 Ossi-Antifa 21. September 2008 um 15:21 Uhr

    Was Dresden angeht, kann ich schonmal soweit aus dem Nähkästchen plaudern, dass es dieses Jahr auf jeden Fall auch eine Antifa-Demo ohne „Bomber Harris und Co“ (das ist jetzt bewußt verkürzt, es ist natürlich komplizierter mit der antideutschen Ausrichtung, es soll auch nicht heißen, dass Kritik an der offiziellen Umgang mit der Geschichte in Dresden ausgespart wird) geben wird. Ob es auch eine klassische antideutsche Demo geben wird, ist noch nicht ganz klar, obwohl ich auch das begrüßen würde, je breiter die Mobilisierung umso besser.

    Prinzipiell ist aber auch noch ein wesentlicher Unterschied zwischen Dresden und Köln, nämlich, dass die Bevölkerung und die Behörden in Dresden noch konservativer eingestellt sind als in Köln. Das macht es in Dresden nicht gerade leichter, auf der anderen Seite ist es in Dresden wiederum in der Hinsich einfacher, dass die Nazis keinen großen Spielraum für ihren Termin haben, und nicht wie Pro Köln einfach nochmal später wieder kommen können.

  2. 2 Administrator 21. September 2008 um 18:44 Uhr

    Das klingt schonmal besser. Ich finde zwar eine antideutsche Demo gut, nur wenn das bedeutet, dass die Nazis fast unbehelligt durch Dresden marschieren dürfen, weil viele „Linke“ fern bleiben, ist es mir doch lieber wenn es 2 Demos gibt.
    Vorallem könnte man dann wahrscheinlich auch die meisten zufrieden stellen. Die jeweiligen Gruppen wären doch wahrscheinlich alle froh wenn sie mit den verfeindeten Gruppen nicht innerhalb einer Demo laufen müssten.

  3. 3 mors 23. September 2008 um 14:04 Uhr

    Meiner Meinung nach hat dieser Gegensatz Dresden-Köln noch einen weiteren wichtigen Grund, nebem dem Konflikt der Antideutschen mit… ja, mit wem eigentlich?

    In Köln ist die Sachlage, weswegen man auf die Straße geht viel eindeutiger. Es geht gegen Pro-Köln und ihrer undiffernzierten Hetze gegen Migranten und Islam im allgemeinen und (aber nicht nur) Türken im speziellen. Da lässt sich relativ einfach eine Bevölkerungsmehrheit mobilisieren, die nicht nur aus dem linksradikalen Spektrum kommt.

    Wenn die Nazis in Dresden die Bombardierung der Zivilbevölkerung betrauern (jedenfalls geben sie das vor) und anprangern, wird diese Mobilisierung weitaus schwieriger. Wenn dann auch noch genau diese Bombardierung von einigen Gegendemonstranten glorifiziert wird (und das tut für mich die Bomber Harris-Parole), dann kann man ein breites Bündnis vergessen…

    Ganz gleich ob man diesen Schritt der Alliierten befürwortet oder nicht, ich finde es sollte nicht unser Anliegen sein diese Angriffe über den Klee zu loben. Es sollte stattdessen kritisiert werden, dass die Nazis diese Opfer für ihre Zwecke instrumentalisieren, wie sie es letztens auch nach dem Tod eines 8 jährigen Mädchens getan haben. Meiner Meinung nach sollten wir den Menschen in Erinnerung rufen, dass es die Nazis waren, die diese Angriffe proviziert haben und denoch anmerken, dass die Reaktion der Alliierten, im Gegenzug Gleiches mit Gleichem zu vergelten ebenfalls zu kritisieren ist.

  4. 4 Ossi-Antifa 30. September 2008 um 22:56 Uhr

    @mors
    Deinen Ausführungen stimme ich vollkommen zu. Leider sind die Antideutschen in Dresden im Moment mal wieder damit beschäftigt, auf die Leute einzuhacken, die dieses Jahr ein anderes Spektrum mobilisieren wollen. So wie es aussieht wirds wohl dann eher keine antideutsche Demo geben, weil die AntiDs in Dresden es mal wieder nicht nicht gebacken kriegen, Prioritäten zu setzen. Naja, die „gemäßigte“ Antifademo wird es auf jeden Fall geben, und bundesweit hat die jetzt schon mehr Unterstützung als alle anderen AntiD-Mobilisierungen vorher, und die „Bürger“ haben jetzt auch mit ihren Vorbereitungen angefangen und wollen Europaweit mobilisieren. Die lokale Presse vor allem die Sächsische Zeitung hat Köln als Signal dafür genommen, dass auch in Dresden sowas möglich sein kann und mit dem CDU-Bürgermeister aus Köln und dem CSU-Bürgermeister aus Wunsiedel argumentiert, um die CDU-Führung der Stadt Dresden öffentlich unter Druck zu setzen, damit die auch endlich gegen den Naziaufmarsch aktiv werden.

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