Rap mit Niveau

Ja, es gibt ihn, den Rap mit Niveau, doch ist er in der heutigen Zeit wirklich selten, aber seit ich vor 2-3 Wochen auf die kostenlose „Coming Out EP“ von Danger Dan aus dem Jahre 2008 gestoßen bin läuft diese bei mir auf Rotation. Danger Dan ist ein Rapper aus Aachen und war Teil der Rapcrew „Anti-Alles-Aktion“. Derzeit ist er Teil des Rapprojektes „Antilopengang“ und hat in diesem Jahr zusammen mit Koljah bereits die EP „Traurige Clowns“ veröffentlicht. Musikalisch ist die „Coming Out“ EP wirklich wertvoller Rap, da Danger Dan ohne Samples arbeitet und stattdessen häufig seine Klavierspielkünste einfließen lässt.
Doch auch die Texte sind sehr positiv zu bewerten, da sie vielfältige, oft auch gesellschaftskritische, Themen behandeln, so unter anderem das „Kommunikationszeitalter“ („in dem nichts mehr ohne Kommunikation läuft, alter!“), den Knast und das dortige Leben oder in einem Song sogar den Holocaust. So ist Danger Dan der erste deutsche Rapper überhaupt, der einen Song über den Holocaust und Antisemitismus schrieb. Doch politische Botschaften sind bei ihm nicht so undifferenziert und parolenhaft wie bei manch anderen politischen Rappern, sondern gut durchdacht. Es lohnt sich allerdings auch bereits wegen der musikalischen Qualität ein Hören der EP, da das Verbinden von Rap mit Klavier in dieser Form selten ist. Danger Dan ist jedenfalls wirklich ein besonderer Rapper, man sollte sich das Album einfach anhören, dies gibt es schließlich kostenlos hier zum Download.
Doch auch die aktuellere EP „Traurige Clowns“, die Danger zusammen mit Koljah veröffentlich hat, lohnt sich aufjedenfall. Diese gibt es ebenfalls gratis hier zum Download.

Wer noch einen etwas längeren Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen über Danger Dan lesen möchte, kann sich den Artikel als PDF hier durchlesen.

Hier ein Song aus der „Coming Out“ EP über den Alltag im Knast und den Sinn dieser Einrichtung:


Hier der Titelsong von der neuen EP „Traurige Clowns“, zusammen mit Koljah:


1 Antwort auf “Rap mit Niveau”


  1. 1 Rap und das Niveau 09. Juni 2011 um 7:17 Uhr

    Der eine singt und das andere sinkt! Gegensteuern ist gefragt!
    Wahre Musik muss unterstützt werden!

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